Trompete und Waldhorn

Ansatzfragen, Welche Methode ist die beste,
Probleme, Gundlegende Techniken etc.

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Trompete und Waldhorn

Beitragvon DonOuzo » Mittwoch 18. Juli 2007, 21:52

Hi,

meine Frage ist, ob man sich den Ansatz versauen kann, wenn man
Trompete und Waldhorn spielt. ( Vielleicht wegen den verschiedenen Mundstücken )

Vielen Dank schon im Vorraus

Don Ouzo
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Beitragvon a.c.77 » Mittwoch 18. Juli 2007, 22:49

Hallo Don!

Deine Frage ist komplizierter als du vielleicht denkst. Grundsätzlich ist Trompete und Waldhorn gleichzeitig spielen möglich. Dennoch wirst du schnell merken, daß beim häufigen Wechsel das klangliche Resultat weder auf der Trompete, noch auf dem Horn zufriedenstellend ist. Das hängt in erster Linie an den feinmotorischen Veränderungen beim Ansatz und der Luftführung.

Letztendlich ist aber die Tonerzeugung bei allen Blechblasinstrumenten gleich, und somit die Form und Größe des Mundstücks bei richtiger Technik nur Zweitrangig. Ich kenne z.B. einen Schulmusiker, der in der Lage ist, von der Trompete bis zur Tuba alle Blechblasinstrumente ganz ordentlich zu spielen. Allerdings wird er bei dieser Wechselei auf keinem der Instrumente ein professionelles Niveau erreichen.

Also solltest du dir die Frage stellen, auf welchem Level du diese Instrumente spielen möchtest. Ein gelegentlicher Ausflug zum Horn wird deinem Ansatz jedoch nicht schaden. :wink:

Viele Grüße
André
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Beitragvon buddy » Mittwoch 18. Juli 2007, 22:59

Mehrfachinstrumentalisten sind nicht soo selten, "professionell" sein Geld verdient damit z.B. James Morrison (trp, tb)
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Beitragvon buccinator » Mittwoch 18. Juli 2007, 23:36

.....warum, meint Ihr, gibt es unterschiedliche Studiengänge für Trompeter, Hornisten, Posaunisten und Tubisten bei den entsprechenden Professoren an Musikhochschulen..??? Weil man als Blechbläser alles IRGENDWIE dann wohl schon kann ????????

Natürlich macht es einen Unterschied, ob ich Trompete oder Horn lerne, Posaune oder Tuba....das ist doch wohl ganz klar, oder ??

Das alles wird sehr oft unzulässigerweise in einen "Topf" geworfen, aber es ist nun mal nicht gleichzusetzen, ob ein Hornist sein linksgriffiges Instrument mit Stpftechnik zu bedienen hat oder ein Trompeter sich um spezifische Blastechnik auf der Piccolotrompete abmühen muss....!!!

.....mal ganz abgesehen von Altposaune, Bass-und Kontrabassposaune, Cimbasso oder Basstrompete, die einem Posaunisten dann das Leben schwer machen können...!!!

...so simpel ist es eben nicht.....selbst beim "groben" Blech nicht !!!!

...meint der Buccinator :wink:
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Beitragvon a.c.77 » Donnerstag 19. Juli 2007, 00:06

Hallo Buccinator

Bleib mal locker! Ich habe nicht das Gefühl, daß Don demnächst Altposaune im Mozarts Requiem, oder 1. Horn in Beethovens 7. Sinfonie spielen möchte. Wie ich schon erwähnt habe, hängt alles vom jeweiligem Level ab. Demnach ist ein Trompeter in einem geläufigem Blasorchester schon in der Lage, die Nachschläge und einfache Melodien der Hörner spielen zu können. Auch wenn er dabei mit links greifen muß.

Ein Blechblasinstrument an einer Hochschule zu studieren ist noch einmal eine ganz andere Sache.

Wer hat eigentlich die Hornpartien zu Bachs Zeiten gespielt, Trompeter oder Hornisten?

Viele Grüße
André
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Beitragvon Anonym0925_2 » Donnerstag 19. Juli 2007, 07:06

Ich sage nur David Guerrier.

David Guerrier (geboren 1984 in Pierrelatte, Südfrankreich) zum Beispiel wählt lieber ein zweites Instrument, spielt Horn ebenso meisterlich wie Trompete, ist mittlerweile Solohornist im Orchestre National de France und spielt beide Instrumente gleichwertig. Das ist auf diesem hohen Niveau wohl einmalig...
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Beitragvon gurkehl » Donnerstag 19. Juli 2007, 08:31

hab schon mehrmals den Spruch gehört :

"Ein guter Trompeter wird ein sehr guter Hornist ."

Ist da was dran ?
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Beitragvon saxpeter » Donnerstag 19. Juli 2007, 08:53

In unserem JBO ist eine Spielerin die jeweils Beste auf der Trompete, dem Flügelhorn und dem Horn. Sie gehört allerdings zu uns älteren Jugendlichen. Die Frage ist aus meiner Sicht tatsächlich, auf welchem Level möchte du spielen und kannst du dafür die Zeit aufbringen?

Gruß Peter
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Beitragvon a.c.77 » Donnerstag 19. Juli 2007, 09:01

gurkehl hat geschrieben:hab schon mehrmals den Spruch gehört :

"Ein guter Trompeter wird ein sehr guter Hornist ."

Ist da was dran ?


Ich kenne eine Menge ehem. Trompeter, die auf anderen Blechblasinstrumenten zum Teil richtig Karriere gemacht haben. Ein Beispiel ist Marie Luise Neunecker (Horn). Sie hat ihr Studium mit Trompete begonnen und ist dann aufs Horn umgestiegen.

Bei mir war das so ähnlich. Ich habe bis zum Vordiplom Trompete gespielt, und anschließend (3Jahre später) doch ein ganz ordentliches Examen auf dem Horn gemacht. Danach war ich 7 Jahre ausschließlich Hornist, bis ich letztes Jahr durch Zufall mal wieder die Trompete in die Hand nahm. Komischer Weise kann ich heute besser Trompete spielen, als je Zuvor. Allerdings spiele ich jetzt nur noch sehr selten Horn, da die Umstellung doch einige Zeit beansprucht.

Ich möchte mich keinesfalls mit David Guerrier vergleichen, aber mein täglich Brot konnte ich mir bis jetzt auf beiden Instrumenten verdienen.

Viele Grüße
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Beitragvon ABC » Donnerstag 19. Juli 2007, 10:56

soweit ich weiß, spielt David Guerrier nicht mehr Trompete. Mit der Begründung, dass er schon alles spielen kann, war es ihm zu langweilig, und jetzt spielt er Horn.

LG, ABC
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Beitragvon burt » Donnerstag 19. Juli 2007, 11:28

ABC hat geschrieben:soweit ich weiß, spielt David Guerrier nicht mehr Trompete. Mit der Begründung, dass er schon alles spielen kann, war es ihm zu langweilig, und jetzt spielt er Horn.

LG, ABC


Bei der Begründung ist es auch gut so, daß er nur noch Horn spielt. :wink:
Mit Dreißig hat er dann alle Blechblasinstrumente durch und weiß nicht mehr, was im Leben noch Spaß machen könnte.
Sein Haydn ist übrigens gar nicht so toll. Das spielen andere besser.
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Beitragvon chops » Donnerstag 19. Juli 2007, 12:03

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Beitragvon micha_bln » Donnerstag 19. Juli 2007, 12:16

Hallo,

ich kann mir nicht vorstellen daß man sich den Ansatz so versauen kann. Im Gegenteil. Wer zu Verkrampfungen neigt dem kann das Spiel auf tiefem Blech schon weiterhelfen. Deswegen findet wahrscheinlich Malte Burba das Spiel auf dem Didgeridoo sinnvoll (auch wenn es Ihm mehr auf die Zungenbewegung ankommt). Mein Lehrer läßt mich auch gelegentlich auf dem Bariton oder auch, wenn´s gerade da ist, dem Alphorn spielen. Da passiert was, das spürt man. Auch wenn sich das anschließende tp-spielen erst einmal ungewohnt anfühlt, aber das gibt sich.
Ich glaube es gibt viele Lehrer die da sehr variabel sind bzw. sein müssen. Dafür ist sicher nicht das absolute Niveau (Marsalis, Hardenberger und Konsorten) drin das man wohl nur erreicht wenn man sich 100%ig auf ein Instrument konzentriert. Wobei mich schon erstaunt wie leicht mein Lehrer zwischen Bb-tp, Alphorn, Piccolo-tp, Tuba, Natur-tp und Horn wechseln kann.

Viele Grüße

Micha
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Beitragvon buccinator » Donnerstag 19. Juli 2007, 12:16

Hallo a.c.77


.....das ist ja eben die Gretchenfrage...( spätestens seit Ludwig Güttler... :wink: ). Also man geht inzwischen davon aus, dass die Bach'schen Hornpartien mehrheitlich wohl von Trompetern auf Corno da caccia ausgeführt worden sind. Die Frage ob rechts-oder linksgriffig ist dabei in jener Zeit natürlich noch nicht relevant gewesen....

Heute gibt es sowohl linksgriffige Diskanthörner in hoch B / A für den Hornisten als auch das rechtsgriffige Corno da caccia für Trompeter.

Wesentliche Unterschiede zum Horn: Das Corno da caccia wird nicht gestopft und wird mit einem speziellen Mundstück angeblasen ( quasi ein "Zwitter" zwischen Trichter- und Kesselmundstück, vgl. W.Chr. Schmidt Mundstückbau in Markneukirchen ).

viele Grüße vom Buccinator......... ( bin übrigens immer noch gaaaaanz locker... :D )
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Beitragvon BlowDeep » Donnerstag 19. Juli 2007, 14:53

a.c.77 hat geschrieben:Grundsätzlich ist Trompete und Waldhorn gleichzeitig spielen möglich.


Ich finde es ziemlich kompliziert, 2 Blasinstrumente GLEICHZEITIG zu spielen :lol: :lol:

Aber genau das gleiche gab's schon mal beim Thema Trompete&Posaune!! :wink:
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