Was taugt die Elbphilharmonie?

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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Bixel » Montag 5. März 2018, 08:45

hhmoeller hat geschrieben:Das legt nahe, daß in der Elbphilharmonie mehr Fehler zu hören sind, weil das Orchester mehr Fehler macht.

DER SPIEGEL 3/2017 hat geschrieben:Die Berliner Philharmonie brauchte zehn Jahre, bis sie ihren besten Klang fand. Auch das [NDR Elbphilharmonie] Orchester wird sich entwickeln und lernen, mit welcher Dynamik, Balance und Besetzung es spielen muss, um den Raum optimal zum Klingen zu bringen.

Vielleicht sollte man mit allzu vernichtender Kritik ("Den Konstrukteuren der Elbphilharmonie ist nichts gelungen.") noch ein paar Jährchen warten?
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Dobs » Montag 5. März 2018, 15:03

@hhmoeller: Wer bist Du und was ist Dein Beweggrund, uns hier davon zu überzeugen, daß die Elbphilharmonie eine grandiose akustische Fehlleistung darstellt?
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Bixel » Dienstag 6. März 2018, 11:46

Dobs hat geschrieben:@hhmoeller: Wer bist Du und was ist Dein Beweggrund, uns hier davon zu überzeugen, daß die Elbphilharmonie eine grandiose akustische Fehlleistung darstellt?

Das Wer ist schnell er-google-t (sofern keine falsche Fährte gelegt wurde).

Der Beweggrund bleibt bis auf Weiteres unklar.
Fakt scheint mir zu sein, dass der Threadstifter seine aufwändigen Texte exklusiv für das TF verfasst - dafür besten Dank!

Vielleicht geht es dem Autor - wie mir und manch anderem TF-User - lediglich ums "sich wichtig Machen". :mrgreen:

Vielleicht besteht aber auch eine verwandschaftliche Beziehung zum - laut Presse im Streit geschiedenen - äußerst geschäftstüchtigen, für den Bau der Elphi zuständigen ehemaligen Geschäftsführer (gleichen Nachnamens) der norddeutschen Hochtief-Niederlassung. Der Baukonzern Hochtief wurde in den Nachwehen des Finanzskandals um die Elphi als "große Anwaltskanzlei mit angeschlossener Bauabteilung" bezeichnet. Dem Mann wurde angelastet, durch eine dreistellige Anzahl an Nachforderungen (Projektänderungsmitteilungen, kurz: PÄM), für die Vervielfachung des ursprünglich ausgehandelten "Festpreises" verantwortlich zu sein.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Dobs » Dienstag 6. März 2018, 12:03

Bixel hat geschrieben: Dem Mann wurde angelastet, durch eine dreistellige Anzahl an Nachforderungen (Projektänderungsmitteilungen, kurz: PÄM), für die Vervielfachung des ursprünglich ausgehandelten "Festpreises" verantwortlich zu sein.


Die Erhöhung der Baukosten hätte wohl vermieden werden können, wenn man die Aufträge für die Elbphilharmonie erst nach der vollständigen und sorgfältigen Planung vergeben und bei der Aushandlung der angeblichen Festpreise sämtliche Nebenkosten berücksichtigt hätte:

http://www.zeit.de/kultur/2013-04/elbph ... ten-scholz

Möglicherweise hätte man damit aufgrund mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung aber auch den ganzen Bau verhindert oder wenigstens eine Wiederwahl, weshalb die geschätzten Kosten für öffentliche Bauvorhaben regelmäßig deutlich unter den tatsächlichen Kosten liegen. Damit kann man politisch gewollte Projekte leichter durchwinken. Vollendet werden dann solche Kostenmonster natürlich trotzdem, weil das Geld dazu ja nahezu unendlich vorhanden ist, da man nicht um Kredite bei Banken betteln muss, sondern sich nahezu unbegrenzt aus dem Steuersäckel bedienen kann.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon dunbia » Dienstag 6. März 2018, 15:16

Dobs hat geschrieben:weil das Geld dazu ja nahezu unendlich vorhanden ist, da man nicht um Kredite bei Banken betteln muss, sondern sich nahezu unbegrenzt aus dem Steuersäckel bedienen kann.

aber Dobs, es ist doch ein Bau für die Allgemeinheit UND die Ewigkeit!!!
:cracy:
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Dobs » Dienstag 6. März 2018, 16:02

dunbia hat geschrieben:aber Dobs, es ist doch ein Bau für die Allgemeinheit UND die Ewigkeit!!!
:cracy:


Allgemeinheit, Zivilgesellschaft, Volksseele, Gemeinwohl; sinnentleerte politische Kampfbegriffe die nur dazu dienen unklare Gefühle zu erregen gleich dem "Rauschen der heiligen Bäume im Druidenhain" (Quelle: http://www.zeit.de/1963/13/wer-ist-die- ... ettansicht) und dazu dienen unkritische, stillschweigende Akzeptanz für politische Projekte zu finden, die auf freiwilliger Basis - also, wenn man die Allgemeinheit nicht nur virtuell vereinnahmt, sondern auch tatsächlich fragt - wahrscheinlich nicht finanziert werden könnten.

Exkurs:
https://de.wikipedia.org/wiki/Baumkult
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon duden » Dienstag 6. März 2018, 16:46

Ach, Dobs, glaubst Du denn, Neuschwanstein wäre gebaut worden, wenn man "die Allgemeinheit" gefragt hätte? Der Kölner Dom? Die Pyramiden? Dass ein Konzertsaal für wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der "Bevölkerung", also für alle, die nicht in klassische Konzerte gehen, als unnötige Geldausgabe erscheint, liegt auf der Hand. Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch. Auf Wienerisch: Der Mensch ist gut, aber d´Leut san schlecht.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Dobs » Dienstag 6. März 2018, 18:34

duden hat geschrieben:Ach, Dobs, glaubst Du denn, Neuschwanstein wäre gebaut worden, wenn man "die Allgemeinheit" gefragt hätte? Der Kölner Dom? Die Pyramiden? Dass ein Konzertsaal für wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der "Bevölkerung", also für alle, die nicht in klassische Konzerte gehen, als unnötige Geldausgabe erscheint, liegt auf der Hand. Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch. Auf Wienerisch: Der Mensch ist gut, aber d´Leut san schlecht.


Wenn man außer Acht lässt, daß Du damit Sklaverei und Zwangsarbeit rechtfertigst, Neuschwanstein nicht aus dem Staatshaushalt finanziert wurde, herausragende kulturelle Leistungen in der Menschheitsgeschichte im Regelfall nicht das Ergebnis staatlicher Planung waren, und es Kulturförderung auch schon vor staatlicher Einflussnahme gegeben hat und auch ohne sie gibt; wenn man ferner darüber hinweg sieht, daß Du Kritiker der Elbphilharmonie und zudem Menschen, die andere kulturelle Interessen als klassische Konzerte haben, als dumme, ignorante Arschlöcher bezeichnest, hast Du Recht.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon duden » Dienstag 6. März 2018, 19:35

Dobs hat geschrieben:
duden hat geschrieben:Ach, Dobs, glaubst Du denn, Neuschwanstein wäre gebaut worden, wenn man "die Allgemeinheit" gefragt hätte? Der Kölner Dom? Die Pyramiden? Dass ein Konzertsaal für wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der "Bevölkerung", also für alle, die nicht in klassische Konzerte gehen, als unnötige Geldausgabe erscheint, liegt auf der Hand. Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch. Auf Wienerisch: Der Mensch ist gut, aber d´Leut san schlecht.


daß Du Kritiker der Elbphilharmonie und zudem Menschen, die andere kulturelle Interessen als klassische Konzerte haben, als dumme, ignorante Arschlöcher bezeichnest, hast Du Recht.


Das tue ich nicht. Lies noch mal genau.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Trumpethulk » Mittwoch 7. März 2018, 08:39

"Dass ein Konzertsaal für wahrscheinlich mehr als 90 Prozent der "Bevölkerung", also für alle, die nicht in klassische Konzerte gehen, als unnötige Geldausgabe erscheint, liegt auf der Hand. Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch."
@duden, man könnte es so lesen wie es Dobs las...
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Blas! » Mittwoch 7. März 2018, 08:54

Trumpethulk hat geschrieben:(...) man könnte es so lesen wie es Dobs las...


Dobs hat es so gelesen oder lesen wollen. Spätestens, seit duden klargestellt hat, dass sein Beitrag so nicht gemeint war, wäre es indes nicht (mehr) besonders fair, ihn (weiterhin) so zu deuten.

Grüße

P.S.: Ohne mich auf diesem Gebiet auszukennen, würde ich - sollte es zutreffen, dass die Elbphilharmonie zwar gut aussieht, aber aktuell nicht gut klingt - mutmaßen, dass sich das akustisch noch verbessern lässt bzw. alle (Künstler, Zuhörer) sich im Laufe der Zeit noch besser auf die akustischen Gegebenheiten einstellen (vgl. die oben zitierte Passage aus dem Spiegel).
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Trumpethulk » Mittwoch 7. März 2018, 09:15

Hallo Blas!,
was Duden geschrieben hat liest sich auch für mich recht eindeutig. "Das tue ich nicht." reicht mir persönlich nicht. Was mich genau stört ist das in Anführungszeiche setzen des Wortes Bevölkerung. Was bedeutet dies?
"Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch." Der Schwarm sind die 90%? Mit dem Wort ist stellt Duden fest, dass diese 90% so sind, wie von ihm beschrieben. Nicht fair ist nach meinem Empfinden eine solche Aussage zu treffen und sie dann, nachdem sie von anderen kritisiert wurde, zu entschuldigen in dem man lediglich sagt, so habe man es nicht gemeint. Das hinterlässt einen mehr als fahlen Beigeschmack in Zeit des "Mausrutschens". Vielleicht klärt duden es ja noch auf. Wenn nicht muss er damit leben oder auch nicht, dass es von Leuten so gelesen wird, wie es da steht.
Was die Eblphilharmonie betrifft, so sehe ich es ebenfalls so wie oben und von dir beschrieben. Sie wird vermutlich Zeit brauchen.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Sandu » Mittwoch 7. März 2018, 10:20

Trumpethulk hat geschrieben:"Der Schwarm ist nämlich entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht intelligent, sondern ein dummes, ignorantes, kulturloses Arschloch." Der Schwarm sind die 90%? Mit dem Wort ist stellt Duden fest, dass diese 90% so sind, wie von ihm beschrieben.

Das lese ich nicht so. Der Schwarm ist nicht gleich seiner einzelnen Bestandteile. Eine Gruppe verhält sich auch anders als schlicht die Summe der Individuen.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Trumpethulk » Mittwoch 7. März 2018, 11:17

Trotzdem, dass Individuen welche Teil eines Schwarmes sind durchaus indelligent sein können, nicht dumm, ignorant und kulturlos, wird sie die Beschreibung dudens mit treffen, denn der Schwarm "ist ein dummes, ignorantes, kultruloses Arschloch". Ausnahme scheinen die10% zu sein, welche von duden gleich außenvor gelassen wurden.
Ein Individuum verhält sich für sich anders, als es sich in der Gruppe verhält. Ja, mag sein, wenn es jedoch in der Gruppe ist steht es eben dich für die Eigenschaften der Gruppe. Egal, ob es sich für sich allein anders verhält. In einer Schulklasse wird ein Schüler oder ebeneine Schülerinnen gehänselt. Die meisten Mitschüler machen mehr oder Mi der aktiv mit. Wenige halten sich heraus. Noch weniger stehen dem/der dragsalierten bei. In der Gruppe, welche dragsalierten gibt es sicher einige, welche dies nicht tun würden, wären sie allein. Manche in dieser Gruppe verhalten sich völlig passiv. Und doch repräsentieren alle diese Gruppe. Im Fall vom duden beschrieben sind 90% Teil des "Arschlochs", egal ob sie die Dinge erfüllen, was die Gruppe, den Schwarm zu diesem machen. Es werden pauschal 90% aller Menschen welche nicht die Klassik bevorzugen als Teil des Arschlochschwarms bezeichnet.
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Re: Was taugt die Elbphilharmonie?

Beitragvon Dobs » Mittwoch 7. März 2018, 11:21

Ich will hier gar keine Diskussion um öffentliche Kulturförderung vs. staatliche los treten, aber das Mindeste was ich erwarte, ist völlige Kostentransparenz und Ehrlichkeit, wenn man so ein Ding wie die Elbphilharmonie dahinstellt. Jeder Steuerhinterzieher wird an den öffentlichen Pranger gestellt und muss gegebenenfalls Haftstrafen verbüßen, wenn er Teile seines eigenen Geldes staatlicher Einflussnahme entzogen hat, aber dort wo Steuergelder ausgegeben werden herrscht völlige Narrenfreiheit. Beispiele gibt es zu Hauf; BER, Elbphilharmonie, Nürburgring, Flughafen Kassel Calden, etc..

Zum Thema kulturlose Arschlöcher: Ich stimme Blas! zu. Ich halte meine Interpretation zwar für logisch, aber wenn Duden es nicht so gemeint hat, ist das so.
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